Interview mit Prof. L. M. Büchner
Veröffentlichung
im "Darmstädter Echo" vom 19. September 2014
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Presseveröffentlichung im "Darmstädter Echo" vom 25. August 2012
Mit „Ganama“ zum bewussteren Wirtschaften
workshop – In einem Seminar werden 18 Unternehmer aus der Region zum Nachhaltigkeitsbeauftragten ausgebildet
DARMSTADT. Was haben Wirtschaftsprüfer, Schreiner und Tanzlehrer gemeinsam? Sie alle bestreiten ab Ende August einen Workshop zum Thema Nachhaltigkeit in kleinen und mittleren Unternehmen. Als Nachhaltigkeitsbeauftragte sollen sie das Gelernte dann in ihre Firmen tragen.Lutz Büchner lächelt zufrieden. Gerade ist auch der letzte Teilnehmer seines Nachhaltigkeits-Workshops im Seminarraum der IHK Darmstadt eingetroffen. Nun tummeln sich Wirtschaftsprüfer, Schreiner, eine Tanzlehrerin, eine Soziologin und mehrere Steuerberater in dem Raum. Eine äußerst bunte Mischung, findet auch Büchner, schüttelt noch ein paar Hände und beginnt mit seiner Einführung in das Thema.Bereits zum zweiten Mal organisiert der Professor für Recht an der Hochschule für Telekommunikation in Leipzig mit dem Europäischen Institut für Arbeitsbeziehungen (EIAB) diese Weiterbildungsmaßnahme für Angestellte von Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern. Finanziert wird der Kurs über den Europäischen Sozialfonds (ESF) und aus Mitteln des hessischen Wirtschaftsministeriums. Für die Teilnehmer ist er daher kostenlos. Aber nicht nur deshalb sei der Andrang schon bei der ersten Runde von Februar bis Juni groß gewesen, erklärt Büchner. „Das Thema Nachhaltigkeit ist derzeit in aller Munde und auch die Unternehmen interessieren sich zunehmend für das, was mal Corporate Social Responsibility genannt wurde. Vielleicht konnten wir daher dieses Mal noch eins draufsetzen und insgesamt 18 Teilnehmer mit an Bord nehmen“.Außerdem hätten er und sein Team von sechs Referenten die Inhalte nochmals überarbeitet und angepasst. Dabei profitierten die Referenten auch von den Anregungen der Teilnehmer.Vor diesen liegen an diesem Nachmittag nun nicht nur dicke Aktenordner mit Kursmaterial, sondern auch 13 Einheiten zu den Themen Unternehmensstrategie, Unternehmenskultur, Qualitätsmanagement, Umweltschutz, Arbeitssicherheit sowie Einkauf und Logistik. Von Ende August bis in den Dezember sollen sie in rund 200 Stunden anhand von Vorträgen und Arbeitsmaterialien Vorschläge für eine sozialere und umweltfreundlichere Gestaltung ihres Unternehmens entwickeln.
„Besonders gut funktioniert das mit einem Fallbeispiel“, erklärt Büchner. Dafür habe er in einer schlaflosen Nacht extra die „Ganama GmbH“ (für „ganzheitliches nachhaltiges Management“) erdacht. Dabei handele es sich um einen fiktiven Hersteller von Sporttextilien aus Seeheim, der bei der Produktion auf die Behandlung mit Chemie verzichte. Anhand dieses Beispiels sollen die Teilnehmer lernen, was Nachhaltigkeit zum Beispiel in der Lieferkette bedeuten kann. „Häufig kennen die Händler ihre Lieferanten, aber nicht ihre Vorlieferanten und deren Fertigungsbedingungen“, erläutert Ruth Melzer-Ridinger, die als Referentin das Modul zu Einkauf und Logistik leiten wird. „Für eine ausgeglichene Ökobilanz ist gerade dieser Aspekt aber enorm wichtig“.Neben ökologischen Themen geht es beim Workshop aber auch um die soziale Komponente von Nachhaltigkeit. So wird Referent Michael Theiß-Rau die Teilnehmer etwa zur Teamentwicklung und den psychologischen Prozessen zwischen einzelnen Mitarbeitern schulen. Frieder Schmitz gibt darüber hinaus Tipps zur Work-Life-Balance, zur partizipativen Unternehmensführung und zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Obwohl viele der Anwesenden, wie sie in einer Vorstellungsrunde berichten, in ihren Unternehmen bereits mit dem Thema Nachhaltigkeit zu tun haben, möchten sie gerne genauer wissen, wie sich soziale und ökologische Verbesserungen umsetzen lassen. Kursteilnehmer Karl von Kolbe etwa ist Schreinermeister. In der Nähe von Wiesbaden führt er einen Schreinerbetrieb mit zehn Mitarbeitern. Gemeinsam richten sie ganze Häuser ein. „Die dafür verwendeten Holzwerkstoffe beziehen wir zum Teil auch aus regionaler Forstwirtschaft“, erzählt der Seeheimer. Trotzdem möchte er wissen, mit welchen Maßnahmen er den eingeschlagenen Weg vielleicht noch besser gehen kann. Für Katja Scheffler ist das Thema dagegen gänzlich neu. Im Gegensatz zu von Kolbe interessiert sich die Geschäftsführerin der Tanzschule Stroh in Eberstadt weniger für die ökologische Komponente als mehr für die sozialen Aspekte des Nachhaltigskeitsgedankens. „Mir geht es darum, von hier etwas über Mitarbeiterführung zu lernen“. Auf die Frage, ob es schon praktische Erfahrungen der letzten Kursteilnehmer mit dem Gelernten gibt, lächelt Büchner wieder. „Ein Handwerker, der teilgenommen hat, erzählte mir, dass er bei seiner Bank einen Kredit aufnehmen wollte. Als die hörten, dass er an einem Nachhaltigkeitsseminar mitgemacht hat, haben sie ihn bei der Kreditwürdigkeit sofort einen Platz nach oben gestuft.“
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Veröffentlichung im "Darmstädter Echo" vom 8. Juni 2012, S. 8
Kompass
für den guten Firmenkapitän
Weiterbildung
– Ein Lehrgang verdeutlicht, dass nachhaltige Unternehmenskonzepte ein
Wettbewerbsvorteil sind
Ein Unternehmen soll vor allem Gewinn erwirtschaften und möglichst seine Nachbarn nicht stören. Muss es aber auch „nachhaltig“ sein? Muss nicht, aber es lohnt sich, sagt Autor Frank Richter (42). Er ist stellvertretender Vorsitzender des Europäischen Instituts für Arbeitsbeziehungen e.V. und Direktor am Amtsgericht Dieburg.
Frank Richter
Ein Unternehmen ohne Strategie gleicht einem Schiffskapitän ohne Kompass. Die Ausrichtung des Kurses verlangt ein ständiges Beachten des jeweiligen Marktes, der Mitarbeiter und des Unternehmensziels. Wer gut darin ist, wird als Unternehmer Erfolg haben. Doch sollte diesem Ziel nach Aussage der Europäischen Kommission nicht alles untergeordnet werden.
Klar: Wettbewerb ist ein Grundelement der sozialen Marktwirtschaft. Laut EU-Kommission führt ein rein wettbewerbsorientiertes Verhalten von Unternehmen in Europa jedoch zu unerwünschten Effekten. Wichtig sei daher ein Katalog von Grundwerten, der über das Ziel der Gewinnerzielung hinausreicht. Vollbeschäftigung, Umweltschutz, Integration älterer Arbeitnehmer und Arbeitssicherheit lassen sich demnach leichter in ganz Europa durchsetzen, wenn Nachhaltigkeit als unternehmerische Aufgabe von Schweden bis Griechenland verstanden wird. Unterstützend wirkt in diesem Zusammenhang das Europäische Institut für Arbeitsbeziehungen (EIAB). Der Verein fördert die Qualifizierung zum Nachhaltigkeitsbeauftragten. Ihre Hoffnungen setzt die Kommission dabei nicht primär auf die Konzerne, sondern zunächst auf mittelständische Unternehmen, also auf Betriebe mit bis zu 250 Mitarbeitern.Diese stellen das Rückgrat der Wirtschaft dar, von hier muss laut die Veränderung hin zu mehr Verantwortung von Unternehmen beginnen.„Global denken, lokal handeln“, lautet der Appell.
Während Konzerne oftmals nur bis zum nächsten Berichtsquartal denken und stets nervös den eigenen Börsenkurs verfolgen, herrscht im Mittelstand oftmals der Wunsch vor, das Unternehmen über Generationen hinweg im Markt zu erhalten. Nachhaltigkeit bedeutet in diesem Zusammenhang, langfristige Unternehmenswerte zu schaffen. Im Idealfall spricht sich dieses Engagement herum, schlägt sich allgemein in einem guten Ruf nieder.Angenehme Folge: Es wird leichter für den Unternehmer, gut ausgebildete Mitarbeiter zu gewinnen. Solche wiederum sind Voraussetzung dafür, Qualitätsprodukte liefern und somit auch anspruchsvolle Kunden zufriedenstellen zu können. Nachhaltigkeit, neudeutsch auch Corporate Social Responsibility (CSR) genannt, ist deshalb mehr als nur eine Beachtung des Umweltschutzes oder der Ressourcenschonung. Selbst bekannte Unternehmen wie Schlecker, Manroland oder Märklin haben diese Zusammenhänge nicht hinreichend beachtet oder erkannt. Ein Beispiel für nachhaltiges visionäres Denken ist dagegen die US-Firma Apple, die Produkte entwickelt hat, die der Markt nicht kannte und der Kunde eigentlich nicht brauchte – bis er sie in die Hände bekam.
Nachhaltigkeit: Gratis-Lehrgang
Das Europäische Institut für Arbeitsbeziehungen (EIAB) e.V. wurde vor etwa 20 Jahren gegründet, hierzulande hat der gemeinnützige Verein seinen Sitz in Alsbach. Wer neugierig geworden ist, kann sich auf der Website des EIAB unter www.eiab.de (oder Tel. 06257-505536) informieren. Das Land Hessen und der Europäische Sozialfonds fördern die Qualifi-zierungsmaßnahme zum Nachhaltigkeitsbeauftragten, für Teilnehmer ist sie kostenfrei. Der nächste Lehrgang beginnt im August.
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Veröffentlichung in der "Berliner Zeitung" Nummer 105 vom 5./6. Mai 2012, S. 7
Fair
zu Umwelt, Mitarbeitern und Gesellschaft -
Nachhaltigkeitsbeauftragte
achten in Unternehmen auf soziale
und ökologische Belange
Den kompletten Artikel können Sie als pdf-Dokument herunterladen und einsehen!
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Veröffentlichung im "IHK-Report Südhessen", Mai 2009, S. 30/31
Karriere und Kernwerte: So funktioniert Mitarbeiterbindung
CSR. Die betriebswirtschaftliche Verantwortung für den Gewinn und Wert des eigenen Unternehmens ist das eine, soziale Verantwortung gegenüber Mitarbeitern, Umwelt und der Gesellschaft das andere: Fest steht, CSR (Corporate Social Responsibility) schafft Wettbewerbsvorteile. Das zeigt sich am Beispiel des sozialen Personalmanagements und der Unternehmenskultur der Software AG. Bärbel Strothmann, Corporate Communication des IT-Konzerns, berichtet.
KULTUR, Weiterbildung, Verantwortung und Perspektive - die Auswahl des künftigen Arbeitgebers hängt nicht allein vom Gehalt ab. Kriterien wie Karrieremöglichkeiten, flexible Arbeitszeiten oder Familienfreundlichkeit spielen eine wichtige Rolle. Und gerade in Krisenzeiten ist für beide Seiten eine kontinuierliche Arbeitsbeziehung wichtig: Mitarbeiter achten auf sichere Arbeitsplätze und Unternehmen wollen wertvolles Know-how ihrer Experten an sich binden.Der Durchschnitt der Dienstjahre bei der Software AG lag im Dezember 2007 bei 13,27 Jahren, Tendenz steigend. Dabei gehört das Unternehmen zu einer fluktuationsfreudigen Branche. „Fachkräftemangel aber gibt es bei der Software AG nicht," berichtet Torsten Bittlingmaier, Vice President Global Human Resources. „Wir schätzen unsere Mitarbeiter und wissen, dass wir unseren Erfolg hauptsächlich ihnen verdanken. Aber: Mitarbeiter der Software AG bekommen auch viel geboten."
Weiterbildung: Investition in die Zukunft
Am Anfang der Karriere bei der Software AG steht für jeden neuen Mitarbeiter das New Hire Training, das sie mit dem Unternehmen vertraut macht. Es folgt eine spezifische Ausbildung - für Vertriebsmitarbeiter beispielsweise mit Trainingsprogrammen zu Technologien und Produkten der Software AG. Spezielle Management Trainee- und High Potential-Programme bilden die Führung von morgen aus. Auch individuelles Coaching, externe Trainingskurse und berufsbegleitende Studien werden berücksichtigt.
Jeder Mitarbeiter der Software AG hat Anspruch auf betriebliche Weiterbildung, zum Beispiel durch die sogenannte Corporate University. Zurzeit wird an einem Weiterbildungssystem gearbeitet, das Leistung und Potenzial der Mitarbeiter beurteilt. Ziel ist es, jeden Beschäftigten auf die Position zu bringen, die ihm am besten entspricht.
Flexible Arbeitszeiten ohne Kernzeiten sind Alltag bei der Software AG: Aufgelaufene Mehrarbeit kann in weniger arbeitsintensiven Phasen ausgeglichen werden. Zusätzliche Langzeitkonten und Zeitwertpapiere können einen früheren Arbeitsausstieg vor der Pensionierung ermöglichen. Oder Mitarbeiter lassen sich das Zeitguthaben einfach auszahlen. Weiterer Bonus sind familienfreundliche Telearbeitsplätze.
Unternehmensgründer Peter Schnell ließ das Firmengebäude inmitten einer Parklandschaft im anthroposophischen Stil anlegen. Ob die Mitarbeiter aber wirklich gerne zur Arbeit kommen,wird durch regelmäßige, anonyme Befragungen festgestellt. Aus den Ergebnissen werden Maßnahmen abgeleitet, die Arbeitsmotivation und Zufriedenheit fördern sollen.
Kernwerte wie Innovation, Vertrauen, Verantwortung und der Wille zum Erfolg bilden in der Software AG die Basis für abteilungsübergreifende Kommunikation und den Dialog mit Kunden. Dabei ist auch die kulturelle Vielfalt förderlich - gleichzeitig braucht ein Unternehmen ein gemeinsames Verständnis für das, was es repräsentiert. Vor zwei Jahren wurde dafür die Position des „Director Corporate Culture" geschaffen.
Mit der Übernahme beispielsweise von webMethods stellt sich die Software AG der Herausforderung, deutsches und amerikanisches Unternehmertum zu vereinen. In Workshops werden weltweit Mitarbeiter zusammengebracht, mit dem Ziel, sie auf das „neue" globale Unternehmen und die gemeinsamen Kernwerte einzustimmen. So werden persönliche Bande geknüpft. Aus
CSR fordert das Personalmanagement
• Corporate Social Responsibility (CSR) ist ein ganzheitlicher Strategieansatz, mit dem Unternehmen sich im Wettbewerb besser positionieren können. Das verdeutlichte der Beitrag von Professor Dr. Lutz Michael Büchner, Leiter des Europäischen Instituts für Arbeitsbeziehungen (EIAB). Der Artikel erschien in der Februar-Ausgabe des IHK-Report Südhessen (IRS) und bildete den Auftakt zu einer Reihe von Beiträgen, die in den folgenden IRS-Ausgaben Handlungsfelder des „Unternehmenskonzepts Soziale Verantwortung" vorstellt. Dabei ist vor allem das Personalmanagement gefordert.
Handlungsfelder sind:
• „Gute" Arbeitsplätze schaffen - auch bezogen auf Ausbildungsplätze
• Arbeitnehmer fördern, ihre Potenziale erkennen und Altersmanagement berücksichtigen
• Soziale Diskriminierung verhindern und Chancengleichheit im Unternehmen gewährleisten (Diversitymanagement) - für eine produktive Atmosphäre
• In Weiterbildung investieren
• Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern
• In Arbeits- und Gesundheitsschutz investieren
• Interne Kommunikation und sozialen Dialog verbessern Stimmen einer Telefonkonferenz auf der anderen Seite der Welthalbkugel werden Kollegen aus Fleisch und Blut.Mitarbeiterbindung bei der Software AG ist ein lebendes Instrument, das ständig erweitert wird - und die Kollegen honorieren das Angebot mit motivierter Arbeit und langer Firmenzugehörigkeit. • Bärbel Strothmann
INFORMATION: Software AG, Bärbel Strothmann, Corporate Communication, Uhlandstraße 12,64297 Darmstadt, Telefon: 06151 92-1502, E-Mail: baerbel.strothmann@softwareag.com
CSR auch für kleinere Unternehmen - Was meinen Sie dazu?
• Soziale Verantwortung im Personalbereich: Auch kleine und mittelständische Unternehmen können CSR-Konzepte entwickeln. Dafür ist es nicht notwendig, das gesamte Spektrum auszuschöpfen. Es gibt viele Möglichkeiten - angefangen bei der Bereitschaft, Mitarbeiter weiterzubilden, bis dahin, sie bei der Koordination von Familie und Beruf zu unterstützen.
Teilen Sie uns mit, wie Sie soziale Verantwortung übernehmen - gegenüber Mitarbeitern, Umwelt und Gesellschaft.
Ihr Ansprechpartner: Martin Bonelli, Geschäftsbereich Recht und Fair Play, Telefon: 06151/871-248, E-Mail: bonelli@darmstadt.ihk.de
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Veröffentlichung im "IHK-Report Südhessen", Februar 2009, S. 28/29
Soziale Verantwortung für die Mitarbeiter - das kann gerade für mittelständische Unternehmen ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein.
Soziale Verantwortung als Unternehmenskonzept
CSR. Die betriebswirtschaftliche Verantwortung für den Gewinn und den Wert des eigenen Unternehmens ist das eine, soziale Verantwortung gegenüber Mitarbeitern, Umwelt und der Gesellschaft ist das andere.
DIESE gesamtgesellschaftliche Verantwortung - Corporate Social Responsibility (CSR) - zu tragen, streben nicht nur multinationale Unternehmen an. Zunehmend sind ebenso die kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) gefordert, sich ihrer sozialen Verantwortung bewusst zu werden. Insbesondere auch der Kapitalmarkt verlangt von ihnen, zusätzlich zu den ökonomischen Kennziffern auf ökologische und soziale Wertfaktoren zu setzen.
KMUs leisten den größten Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt und stellen die meisten Arbeitsplätze zur Verfügung. Sie sind wesentlicher Teil der Wertschöpfungskette und spielen als Lieferanten der Großunternehmen eine entscheidende Rolle. Allein diese Einordnung macht deutlich, dass die soziale Verantwortung für Unternehmen jeder Größe sehr wohl auch einen Wettbewerbsfaktor darstellt. So sucht der Konsument „faire" Produkte, der Arbeitnehmer den „guten" Arbeitgeber und die Gesellschaft das „umweltfreundliche" und „sozial engagierte" Unternehmen.
CSR ist europaweit definiert
Die europaweit geltende Definition für CSR lautet: „Soziale Verantwortung der Unternehmen ist das Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Tätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stake-holdern" - das sind alle am unternehmerischen Handeln Beteiligten - „zu bringen". Gesetzes- beziehungsweise regelkonformes Handeln alleine reicht nicht aus, um dieses Ziel umzusetzen. Vielmehr gilt für CSR das sogenannte „Best-Practice-Prinzip": Nachhaltigkeit in diesem Sinne bedeutet, „dass wirtschaftliches Wachstum, sozialer Zusammenhalt und Schutz der Umwelt Hand in Hand gehen, um eine Gesellschaft zu schaffen, die wohlhabender und gerechter ist sowie eine Umwelt, die sauberer, sicherer und gesünder ist - eine Gesellschaft also, die mehr Lebensqualität erzeugt für uns, unsere Kinder und Kindeskinder." Soziale beziehungsweise nachhaltige Unternehmensführung spielt bei der europäischen Förderungspolitik des Mittelstandes zunehmend eine wichtige Rolle.
Einer von der Europäischen Kommission in Auftrag gegebenen und 2007 vorgelegten Studie zufolge, hat nahezu die Hälfte aller KMUs noch nichts von CSR gehört beziehungsweise sich noch nicht mit diesem Thema auseinandergesetzt. Allerdings erkennen zwei Drittel der Befragten, dass soziale Verantwortung für sie in Zukunft immer wichtiger sein wird.
Ansätze alleine reichen nicht
Dem Umfrageergebnis gegenüber steht ein bereits sehr wohl vorhandenes, großes Engagement von KMUs in mindestens einem der Bereiche Mitarbeiter, Umwelt oder Gesellschaft. Dies wird jedoch in aller Regel nicht unter dem Begriff CSR subsumiert. Es handelt sich um positive CSR-Einzelmaßnahmen, denen jedoch meist die Einordnung in ein strategisches unternehmerisches Gesamtkonzept fehlt.
Hier liegen die Herausforderungen für KMUs, die ihre nicht-betriebswirtschaftliche Verantwortung in die Unternehmensstrategie einbinden wollen, um ihr Engagement als Wettbewerbsvorteil im Markt nutzen zu können. Es gilt, die Einzelaspekte der sozialen, nachhaltigen und gesellschaftlichen Aktivitäten in einem zukunftsweisenden strategischen Geschäftsmodell zusammenzuführen. „Tue Gutes gegenüber der Gesellschaft, sprich darüber und erhöhe damit Dein Image," lautet ein alter Grundsatz der Öffentlichkeitsarbeit. Dieses Prinzip ist nach vor richtig und wichtig. Doch reicht das mittlerweile nicht mehr aus. Erst ein strategisches Gesamtkonzept der Unternehmensführung kann zu einem dauerhaften Wettbewerbsvorteil führen.
• Prof. Dr. Lutz Michael Büchner
» INFORMATION:EuropäischesInstitut für Arbeitsbeziehungen e.V. (EIAB), Prof. Dr. Lutz Michael Büchner, Vorsitzender des EIAB, Lindenstr. 33, 64665 Alsbach, Telefon: 06527 - 505536, E-Mail: vorstand@eiab.de, Internet: www.eiab.de
EIAB e.V.:
• EIAB steht für Europäisches Institut für Arbeitsbeziehungen. Das Institut vereint Theoretiker und Praktiker mit ihrem Know-how über die Arbeitswelt und die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Mitglieder des EIAB sind Wissenschaftler, Manager, Gewerkschafts- und Arbeitnehmervertreter. Es versteht sich als Plattform des europäischen sozialen Dialogs. Der eingetragene gemeinnützige Verein mit Sitz in Seeheim-Jugenheim beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der sozialen Verantwortung von Unternehmen des Mittelstandes. Dabei stehen die Sensibilisierung für und die Information über das Thema sowie der Erfahrungsaustausch zwischen europäischen mittelständischen Unternehmen im Mittelpunkt.
CSR schafft Wettbewerbsvorteile
MIT MEHREREN BEITRÄGEN will die IHK Darmstadt in den nächsten Monaten im IHK-Report Südhessen einzelne Aspekte des Themas „Soziale Verantwortung von Unternehmen" aufgreifen und vertiefen. Über die Notwendigkeit, diese „Corporate Social Responsibility" (CSR) in einem Gesamtkonzept zu planen, informiert in dieser Ausgabe Prof. Dr. Lutz Michael Büchner vom Europäischen Institut für Arbeitsbeziehungen (EIAB) e.V.
Gegenüber Mensch und Natur verantwortungsvoll handelnde Unternehmen genießen An-sehen in der Gesellschaft. Gerade für mittelständische Unternehmen kann es deshalb ein Wettbewerbsvorteil sein, sich für Fairness und Umweltschutz einzusetzen, sozial und nachhaltig zu handeln. Die Beschäftigung mit diesem Themenbereich geht auch zurück auf eine Initiative der Europäischen Kommission.
Aktionsfelder im Rahmen eines CSR-Konzeptes sind insbesondere
• der Umweltschutz, die Schonung von Ressourcen und andere ökologische Aspekte (Schwerpunktthema des IHK-Report Südhessen (IRS) im April),
• die Arbeitsbedingungen und der Arbeitsschutz der Mitarbeiter,
• das soziale Engagement im unmittelbaren Umkreis des Unternehmens (zum Beispiel Sponsoring des örtlichen Sportvereins),
• die Entscheidung, junge Menschen auszubilden (Schwerpunktthema des IRS im September), und in die Weiterbildung der Belegschaft zu investieren (Schwerpunktthema in diesem Heft),
• die Bereitschaft, auch ältere Mitarbeiter an den Betrieb zu binden und deren Weiterbildung zu fördern (Thema in der März-Ausgabe des IRS) sowie
• die Unterstützung von Mitarbeitern bei der Koordination von Familie und Beruf (Schwerpunktthema im Oktober-IRS).» INFORMATION:
Martin Bonelli, Geschäftsbereich Recht und Fair Play, Telefon: 06151 871-248, E-Mail: bonelli@darmstadt.ihk.de
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Sozialer Dialog europaweit
VON FRANK W. METHLOW"Wenn soziales Handeln mit einem positiven ökonomische Aspekt verbunden ist, macht der Unternehmer das - auch ohne Vertrag." Diese Handlungsmaxime von Lutz Michael Büchner klingt nach einem einleuchtenden und einfachen Rezept.
Der Professor und Direktor des Europäischen Instituts für Arbeitsbeziehungen (EIAB) in Seeheim-Jugenheim aber weiß, dass die Wirklichkeit in Deutschland noch ganz anders aussieht.
Haben die Unternehmen, die Unternehmer verkannt, dass sie nicht lediglich eine betriebswirtschaftliche Verantwortung für den Gewinn und den Wert ihres Unternehmens sondern auch eine Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitern, der Umwelt und der Gesellschaft tragen, fragt Büchner und liefert die Antwort gleich nach: "Die Großen, die Multinationalen haben unter dem Druck der internationalen Konkurrenz ihre gesellschaftliche Verantwortung (Fachbegriff: Corporate Social Responsibility, CSR) als Wertefaktor längst erkannt." Bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) stehe die Entwicklung erst ganz am Anfang. "Die aber stellen die meisten Arbeitsplätze zur Verfügung und liefern den größten Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt", argumentiert Büchner.
Diese Bewusstseins- und Kenntnislücke will Büchner zusammen mit seinen deutschen und französischen wissenschaftlichen Kollegen im EIAB schließen. Dass den Unternehmen daraus durchaus auch ein wirtschaftlicher Vorteil erwachsen könne, habe sich als Motivation bisher kaum durchgesetzt. Büchner: "Der Konsument sucht faire Produkte, der Arbeitnehmer den guten Arbeitgeber und die Gesellschaft das umweltfreundliche und sozial engagierte Unternehmen - CSR ist längst zu einem bedeutenden Wettbewerbsfaktor geworden."Auch im Verbund mit der IHK Darmstadt biete Büchner Informationsveranstaltungen an. Europaweit werden von der EU unterstützte internationale Foren zum Thema ausgerichtet. Büchner: "Der soziale Dialog braucht einen europäischen Ansatz."
Das Institut
Das EIAB (Europäisches Institut für Arbeitsbeziehungen) ist ein Zusammenschluss von Experten in Fragen der Arbeit und deren Veränderungen.Unterschiedliche Lösungsansätze – wirtschafts-, arbeits- und sozialrechtliche – auf nationaler Ebene sollen den sich veränderten Bedingungen angepasst und zu einem europäischen Konsens geführt werden.
Nationale Organisationen der EIAB gibt es bereits in Frankreich und Deutschland, in den EU-Ländern Griechenland, Schweden und Spanien sind sie in Planung.
Quelle: "Frankfurter Rundschau" vom 18. Januar 2009
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Europäisches Institut für Arbeitsbeziehungen e.V. (EIAB)
Lindenstrasse 33, 64665 Alsbach (vorstand@eiab.de)
Pressemitteilung
Ist Soziale Verantwortung als Unternehmenskonzept ein Wettbewerbsfaktor auch im Mittelstand?
Dieser Frage gingen bei in einer Veranstaltung des Europäischen Instituts für Arbeitsbeziehungen e.V.(EIAB) aus Seeheim-Jugenheim in Zusammenarbeit mit der IHK Darmstadt die Referenten Lutz Michael Büchner und Heiko Herrmann vom EIAB nach. Der Verein beschäftigt sich bereits seit längerem schwerpunktmäßig mit der sozialen Verantwortung von Unternehmen des Mittelstandes. Dabei stehen die Sensibilisierung für und die Information über das Thema sowie der Erfahrungsaustausch zwischen europäischen mittelständischen Unternehmen im Mittelpunkt. Mit der Veranstaltung sollte eine Plattform geschaffen werden, auf der südhessische mittelständische Unternehmer von Experten Informationen über die Thematik, insbesondere auch hinsichtlich ihrer europäischen Dimension erhalten und mit ihnen über die Schaffung eines Unternehmenskonzeptes sozialer Verantwortung ins Gespräch kommen.
Hat die „Wirtschaft“, haben die „Manager“ versagt? Haben die Unternehmen, die Unternehmer verkannt, dass sie nicht lediglich eine betriebswirtschaftliche Verantwortung für den Gewinn und den Wert ihres Unternehmens sondern auch eine Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitern, der Umwelt und der Gesellschaft tragen?
Neben den großen, insbesondere multinationalen Unternehmen, die seit langem auf Druck des Kapitalmarktes große Anstrengungen machen, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung (Corporate Social Responsibility, CSR) nachzukommen und sie als Wertefaktor erkannt haben, sind mittlerweile zunehmend die kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) gefordert, sich ihrer sozialen Verantwortung bewusst zu werden. Immerhin leisten sie den größten Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt und stellen die meisten Arbeitsplätze zur Verfügung. Sie sind Teil der Wertschöpfungskette und spielen damit als Lieferanten der Großunternehmen eine entscheidende Rolle. Nicht erst mit Beginn der momentanen Krise ist die Wirtschaft aufgerufen, sich einer gesellschaftlichen Verantwortung für das System der sozialen Marktwirtschaft zu stellen. Die europäische Definition lautet: „Soziale Verantwortung der Unternehmen ist das Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Tätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den so genannten Stakeholdern (alle am unternehmerischen Handeln Beteiligten) zu bringen“. Allein gesetzeskonformes Handeln entspricht der Zielsetzung von CSR noch nicht, vielmehr gilt das "best-practice Prinzip". Nachhaltigkeit bedeutet hier "dass wirtschaftliches Wachstum, sozialer Zusammenhalt und Schutz der Umwelt Hand in Hand gehen, um eine Gesellschaft, die wohlhabender und gerechter ist und eine Umwelt zu schaffen, die sauberer, sicherer und gesünder ist – eine Gesellschaft also, die mehr Lebensqualität erzeugt für uns, unsere Kinder und Kindeskinder".
Es wird immer deutlicher, dass die soziale Verantwortung von Unternehmen jeder Größe sehr wohl auch ein Wettbewerbsfaktor ist. So sucht der Konsument „faire“ Produkte, der Arbeitnehmer den „guten“ Arbeitgeber und die Gesellschaft das „umweltfreundliche“ und "sozial engagierte" Unternehmen. Einer von der Europäischen Kommission in Auftrag gegebenen Studie im Jahre 2007 zufolge, hat nahezu die Hälfte aller KMU von CSR noch 2 nichts gehört bzw. hat sich noch nie mit der Problematik auseinandergesetzt. Allerdings erkennt zwei Drittel der Befragten, dass das Thema für sie in Zukunft immer wichtiger sein wird. Andererseits ist ein großes Engagement der Unternehmen in den Bereichen Mitarbeiter, Umwelt und Gesellschaft zu verzeichnen, das von diesen aber nicht unter den Begriff CSR subsumiert wird.
Vor welchen Herausforderungen die Unternehmen stehen und wie ihre soziale Verantwortung in die Unternehmensstrategie eingebunden und zu einem Wettbewerbsvorteil im Markt führt, wurde in dem Vortrag vorgestellt und mit Beispielen aus der Praxis verdeutlicht. Dabei wurde großer Wert auf die Aussage gelegt, dass es sich bei vielen "sozialen, nachhaltigen, gesellschaftlichen Aktivitäten" als solche des CSR-Ansatzes handelt, dass aber entscheidend ist, diese Einzelaspekte zu einem "strategischen Gesamtkonzept der Unternehmensführung" zu entwickeln, weil nur so das unternehmerische Engagement zu einem Wettbewerbsfaktor werden kann.
In einer lebhaften Diskussion mit und zwischen den Teilnehmern der Veranstaltung wurden insbesondere die Handlungsfelder von CSR die Mitarbeiter betreffend diskutiert. So betonte z.B. ein Vertreter der Fa. Friedrich Sanner aus Bensheim-Auerbach, dass die Berücksichtigung der Mitarbeiterinteressen (interne Dimension) eine entscheidende Rolle für den Unternehmenserfolg darstelle. Personalentwicklungs- und Weiterbildungskonzepte, attraktive Arbeitsbedingungen, nachhaltiges Altersmanagement, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Attraktivität als Arbeitgeber bei zunehmenden Fachkräftemangel u.v.a.m. müssen in ein Gesamtkonzept gebündelt werden. Der Dialog mit dem Kunden (externe Dimension) spielt unter Qualitätsgesichtspunkten zunehmend eine wichtige Rolle.
Das Prinzip "tue Gutes gegenüber der Gesellschaft, sprich darüber und erhöhe damit allein dein Image" (wie die Vertreterin einer PR-Agentur ausführte) ist wichtig, reicht aber bei weitem nicht mehr. Es wird wesentlich erweitert von dem Grundsatz "entwickle ein strategisches Gesamtkonzept der Unternehmensführung um einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil zu erzielen"!
Die Veranstaltung hat gezeigt, dass viele praktische Fragen offen sind, dass die Umsetzung des Konzeptes schwierig ist und dass ein gewaltiger Handlungsbedarf besteht, um CSR zu einem zukunftsweisendes Geschäftsmodell zu entwickeln. Das EIAB beabsichtigt, zusammen mit der IHK Darmstadt im nächsten Jahr das Thema weiter zu vertiefen, sei es durch weitere Informationsveranstaltungen oder schriftliche Beiträge.
Kontaktadresse: vorstand@eiab.de******************************************************************************************************
Gastbeitrag im "Darmstädter Echo" vom 8. Mai 2008
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